Briefe: Das Anschriftenfeld

Briefanschrift
Bild von Pixabay; Fotograf: the3cats

Jeder Brief beginnt mit dem Anschriftenfeld. Und hier tauchen auch die ersten Fragen auf: "Herr" oder "Herrn"? Zuerst den Firmennamen oder zuerst die Person? Wie sieht's mit Titeln und Berufsbezeichnungen aus? Mit Leerzeile zwischen der Straße und dem Ort oder ohne? All das beantworte ich euch in diesem Artikel!

"Herr" oder "Herrn"?

Auch wenn heutzutage nicht mehr "An" geschrieben wird, könnt ihr es euch trotzdem dazudenken. Denn ihr schreibt ja immernoch an jemanden! Und somit verlangt die deutsche Grammatik hier ganz eindeutig nach dem Akkusativ - "Herrn" ist also nach wie vor richtig!

Zuerst die Firma oder zuerst die Person?

Das kommt ganz darauf an: Wenn es euch egal ist, wer am Ende den Brief öffnet, könnt ihr zuerst die Firma nennen. Dann kann z. B. auch die Vertretung eures Ansprechpartners den Brief öffnen.

Wenn ihr euren Ansprechpartner in die erste Zeile setzt und erst darunter den Firmennamen, wird aus reiner Höflichkeit die angesprochene Person den Brief öffnen. Doch Vorsicht: Wenn ihr vertrauliche oder persönliche Unterlagen versendet, reicht es nicht aus, den Empfänger einfach nur vor das Unternehmen zu setzen. Rein rechtlich gesehen darf trotzdem jeder diesen Brief öffnen.

Anders sieht es aus, wenn ihr in die erste Zeile das Wörtchen "persönlich" oder "vertraulich" setzt - dann darf (auch rechtlich gesehen) wirklich nur der Adressat persönlich den Brief öffnen.

Titel: Muss alles mit rein?

Manche Menschen sind nicht nur "Dr.", sie sind auch noch "Prof." und "med.". Ob das alles mit ins Anschriftenfeld muss? Ganz eindeutig: Ja! Egal, wie viele Titel euer Ansprechpartner hat - es darf keiner weggelassen werden!

Im Gegensatz zu akademischen Graden stehen Bachelor und Master übrigens nicht vor, sondern hinter dem Namen.

Und noch ein kleiner Tipp: Anders sieht es in der Anrede aus. Wenn ihr an einen Ministerialbeauftragten des Bundestages schreibt, muss dies zwar in die Anschrift, aber nicht zwangsläufig auch in die Anrede.

Und wie sieht es mit Berufsbezeichnungen aus?

Berufsbezeichnungen mit in die Anschrift zu packen ist heutzutage kein zwingendes Muss mehr. Wenn ihr jedoch bestimmte Personen anschreibt - z. B. Geschäftsführer, Oberbürgermeister, Betriebsratsvorsitzende oder auch Abteilungsleiter - empfiehlt sich die Berufsbezeichnung als wertschätzendes Merkmal zu erwähnen. Wie auch bei der Anrede muss die Berufsbezeichnung ebenfalls in den Akkusativ gesetzt werden!

 

Die Anschrift sieht dann zum Beispiel so aus:

 

Industry Factoring GmbH

Herrn Sebastian Müller

Betriebsratsvorsitzender

Platzstraße 24

80331 München

 

Oder, wenn Herr Müller den Brief selbst öffnen soll:

 

Herrn Betriebsratsvorsitzenden

Sebastian Müller

Industry Factoring GmbH

Platzstraße 24

80331 München

 

Alternativ würde auch gehen:

 

Herrn Betriebsratsvorsitzenden

der Industry Factoring GmbH

Sebastian Müller

Platzstraße 24

80331 München

 

Und wie vorhin schon erwähnt: Wenn ihr sichergehen wollt, dass wirklich nur Herr Müller (und nicht die Sekretärin oder jemand anderes) den Brief öffnet, setzt "persönlich" oder "vertraulich" in die erste Zeile!

Gibt es die Leerzeile zwischen Straße und Ort noch?

Kurz und knapp: Nein!

Auf welche Stolperfallen seid ihr schon bei Anschriften gestoßen?

Das könnte euch auch interessieren ...

Aus der Kategorie Sekretariat:

Artikel "Effizient telefonieren"

Kommentar schreiben

Kommentare: 0