Boreout: Langeweile auf der Arbeit

Langeweile auf der Arbeit: Das gibt's nicht? Doch, das gibt es! Ich habe es in meinem ersten Job am eigenen Leib erfahren. Man hat nichts zu tun, vertrödelt den Tag mit Tee trinken und treibt sich in den sozialen Netzwerken herum. Man ist permanent unterfordert und sehnt sich nach anspruchsvoller Arbeit. Geht das über längere Zeit so, droht sogar ein Boreout. Was ein Boreout ist, woran du es erkennst und wie du gar nicht erst ein Boreout entwickelst, beleuchte ich in diesem Artikel.

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Was ist Boreout?

Boreout ist das Pendant zum allseits bekannten Burnout, und es kommt öfter vor als uns bewusst ist. Denn wenn du aufgrund Überforderung erkrankst, versteht die Gesellschaft das. Aber wegen Unterforderung? Unvorstellbar! 
Wolfgang Merkle, Chefarzt und Gründer der Psychosomatischen Klinik am Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt am Main, meinte schon im Jahr 2010 dazu:

 

"Das hat damit zu tun, dass jeder lieber Störungen hat, die sozial angesehen sind. Jemand, der erzählt "Ich habe so viel zu tun, mein Gott, mir kracht die Bude zusammen vor Arbeit", ist sehr viel angesehener als jemand, der sagt, er langweilt sich, hat keine Aufgaben, und das macht ihn fertig. Da sagt doch jeder "Mit dir möchte ich tauschen, das ist ja super!"

Woran erkenne ich Boreout?

Menschen, die von Boreout betroffen sind, sind nicht etwa faul oder würden sich vor Arbeit sträuben. Im Gegenteil: Oftmals sind sie sehr ehrgeizig, wollen "etwas erreichen" und die Karriereleiter erklimmen. Doch entweder unterfordert sie ihr Job oder sie haben ein falsches Aufgabengebiet. Als Beispiel: Ein Außendienstmitarbeiter, der den ständigen Kontakt mit Kunden bei freier Zeiteinteilung liebt, wird auf einmal in die Buchhaltung versetzt. Dort hat er ein Einzelbüro, keinen sozialen Austausch und eine Anwesenheitspflicht von 8 bis 17 Uhr. Was daraus resultiert, kannst du dir sicherlich denken!

 

Damit den Kollegen oder gar dem Chef die Unterforderung nicht auffällt, wird jede noch so kleine Aufgabe in die Länge gezogen, teilweise werden sogar Überstunden gemacht. Paradoxerweise erzählen sie ihren Kollegen von den Bergen von Arbeit, den sie noch zu bewältigen haben.

 

Die Symptome von Boreout ähneln denen des Burnouts: Depression, Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Schlaflosigkeit, usw.

Wie entgehe ich einem Boreout?

Es gibt immer wieder Zeiten, in denen nicht viel los ist. Zum Beispiel im August, wenn die Hälfte des Landes im Urlaub ist. Es gibt auch branchen- und witterungsbedingte ruhige Phasen. In dieser Zeit solltest du dir Aufgaben suchen, die sonst nie oder nur ungern erledigt werden: Das Archiv ausräumen, Ordner auf Aktualität hin prüfen, Vorlagen erstellen oder auch Vorbereitungen treffen, wenn die stressigere Phase wieder losgeht. Im Sommer kannst du beispielsweise schon wunderbar mit den Weihnachtsvorbereitungen beginnen! 

 

Wenn du aber nicht nur zeitweise, sondern dauerhaft keine sinn- und anspruchsvollen Aufgaben hast, musst du das Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchen. Der Chef ist dir keine Hilfe? Dann werde selbst tätig! Ich bin während meiner Langeweile-auf-der-Arbeit-Phase auf die Weiterbildung zur Managementsassistentin gestoßen, was den Grundstein für meine Karriere gebildet hat. Du kannst dich auch in neue Arbeitsbereiche einarbeiten oder etwas tun, was dich schon immer gereizt hat (z. B. eine neue Sprache lernen). Sei kreativ und hab keine Angst vor neuem Terrain!

 

Eine andere Möglichkeit ist, sich innerhalb des Unternehmens versetzen zu lassen. Sollte auch dieser Schritt keine Besserung bringen, musst du dir über einen Wechsel Gedanken machen. Sonst droht ein Boreout! 

Hattest du schon mal Langeweile auf der Arbeit? Was war deine Gegenstrategie? 

 

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