Buchrezension: Ivan Blatter - Arbeite klüger - nicht härter!

Arbeite klüger - nicht härter!

Bücher zum Thema Zeitmanagement gibt es wie Sand am Meer. Trotzdem gibt es immer wieder neue Publikationen. Ob sich „Arbeite klüger – nicht härter!“ von der Masse abheben kann? 

Kurzinfo

Das Buch „Arbeite klüger – nicht härter“ ist im August 2017 im Humboldt Verlag erschienen. Drei Kapitel teilen sich auf 166 Seiten auf, wobei der Mittelteil „Neues Zeitmanagement als Energie- und Selbstmanagement“ die größte Komponente darstellt.

 

 

Den Autor, Ivan Blatter, kennst du vielleicht eher als Blogger. Der Schweizer betreibt einen der größten Blogs über Zeitmanagement, Arbeitsorganisation und Arbeitstechniken (ivanblatter.com). Er ist sozusagen die Schweizer Version von Lothar Seiwert J. Zudem ist er Personal Trainer für „neues“ Zeitmanagement. (Was mit „neu“ gemeint ist, liest du im nächsten Abschnitt.)

Das Buch

Ivan Blatter steht für ein „neues“ Zeitmanagement, was er auch gleich auf der allerersten Seite seines Buches „Arbeite klüger – nicht härter“ betont. „Neu“ deshalb, weil in seinen Augen das klassische Zeitmanagement nicht mehr auf unseren heutigen Alltag anwendbar ist. Besonders gut an diesem Ansatz finde ich, dass Herr Blatter nicht direkt mit Listen oder Methoden ankommt, sondern darauf hinweist, dass Zeitmanagement in deinem Kopf anfängt.

 

Wie inzwischen üblich, betont auch dieser Autor dass „Zeitmanagement“ eigentlich ein falscher Begriff ist. Er verwendet die Begriffe „Selbstmanagement“ sowie „Management der eigenen Energie“. Selbstmanagement ist inzwischen ein geläufiger Begriff; mit Energiemanagement meint Herr Blatter die bestmögliche Einteilung unserer Kräfte, so dass wir nach einem anstrengenden Arbeitstag trotzdem noch Energie für Familie und Hobby haben.

 

Daneben geht es im ersten Kapitel namens „Zeitmanagement – Die große Illusion“ um produktives Arbeiten, worauf im weiteren Verlauf des Buches noch näher eingegangen wird. Das nächste Kapitel „Neues Zeitmanagement als Selbst- und Energiemanagement“, das den Großteil des Buches einnimmt, startet auch direkt mit diesem Thema. Herr Blatter beantwortet zu Beginn die Frage, was es zum produktiven Arbeiten braucht. Und zwar: Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und die Fähigkeit, sich zu fokussieren. Da bin ich ganz seiner Meinung! Denn wer sich nicht für eine Tätigkeit entscheidet und sich anschließend darauf fokussiert, wird immer auf der Stelle treten oder sich von den Entscheidungen anderer leiten lassen. Dazu gehört auch, zu bestimmten Dingen Nein zu sagen – etwas, was als Sekretärin nicht immer ganz einfach ist. Doch selbst die organisierteste Assistentin hat nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung! Damit diese „sinnvoll“ gefüllt sind, bedarf es hin und wieder dem kleinen, aber wichtigen Wörtchen „Nein“.

 

„Wissen Sie, was die Super-Produktiven anders als wir? Sie haben bessere Einstellungen und Gewohnheiten. Vor allem wissen sie ganz genau, wohin sie wollen und was sie nicht wollen. Hier liegt das wahre „Geheimnis“ einer hohen Produktivität – und nicht in Tools, Apps oder Methoden.“

 

Weiter geht’s mit neun Tipps, die der Kern des Buches sind. Sie sind alle gut erklärt, nicht zu kurz, nicht zu ausführlich. Hier und da streut er Erfahrungen seiner Klienten ein und was sich geändert hat, nachdem sie diese Tipps beherzigt haben. Ein super Ansporn, selbst an seinem Zeitmanagement zu arbeiten!

 

Drei Tipps möchte ich mit dir teilen:

Erstens: Weniger ist mehr. Das gilt auch – oder gerade – für das Zeitmanagement! Wir brauchen keine drei Kalender, sieben Aufgabenlisten und fünf Methoden. Entscheide dich für einen Kalender und eine Aufgabenliste (ob du dabei eine App auf deinem Smartphone nutzt oder alles handschriftlich festhältst, ist dir und deinen Vorlieben überlassen). Lediglich bei den Zeitmanagement-Methoden kannst du ausprobieren, um die Mischung von zwei oder gar mehr für dich Sinn macht. Ich kombiniere z. B. die Pomodoro-Technik mit der ALPEN-Technik.

 

Zweitens: Fokussiere dich. Das bedeutet, Ablenkungen so gut wie möglich zu eliminieren (Smartphone, Facebook, …) und so produktiv wie möglich zu arbeiten. Frage dich dabei zwischendurch immer wieder: „Bringt mich das, was ich im Moment tue, meinem wichtigsten Ziel näher?“

 

Und Drittens: Arbeite in deinem Rhythmus. Wenn du schon länger meinem Blog folgst, dann liest du immer wieder, dass ich ein großer Fan von Biorhythmus-orientiertem Arbeiten bin. Mir ist natürlich bewusst, dass das mit dem Arbeitsalltag einer Sekretärin oft nicht vereinbar ist; trotzdem solltest du versuchen, zumindest einen teilweisen Kompromiss mit deinem Vorgesetzten zu finden (z. B.: Wenn du am Morgen nur schwer in die Gänge kommst, könntest du deinen Chef bitten, erst um 9 Uhr mit der Arbeit anzufangen.)

 

Im letzten Kapitel, „Plötzlich wieder Chaos – Was tun?“, führt uns Ivan Blatter vor Augen, dass Zeitmanagement niemals „abgeschlossen“ ist, sondern stetiger Anpassung bedarf.

 

„Wir machen ab und zu Fehler, wir verlieren unsere Gewohnheiten manchmal aus den Augen – und das ist auch gut so. Niemand ist perfekt. Zumal niemand ein gutes Zeitmanagement einfach hat oder nicht hat, sondern ein gutes Zeitmanagement ist ein ständiger Prozess, dem wir manchmal konsequenter folgen und manchmal eben nicht.“

 

 

Ein schöner Abschluss eines rundum informativen Buches! 

Fazit

Ivan Blatters Debütbuch „Arbeite klüger – nicht härter“ ist sehr gelungen. Er erklärt auf kompakte Weise, wie „neues“ Zeitmanagement funktioniert und wie du es in deinem Alltag anwenden kannst. Ohne das übliche Geschwafel über die zig Methoden wie ALPEN oder SMART führt er dir vor Augen, wo du Verbesserungspotenzial hast und gibt dir Tipps an die Hand, wie du diese schnell und unkompliziert umsetzt.

 

Einziger Minuspunkt: Mit 19,99 € ist das Buch eindeutig zu teuer! Trotzdem spreche ich hierfür eine klare Lese- und Kaufempfehlung für alle aus, die mit einer geänderten Sichtweise ihr Zeitmanagement aufpolieren möchten. 


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