Buchrezension: Katharina Münk's "Denn sie wissen nicht, was wir tun"

Heute machen wir mal etwas Neues: Wir lesen ein Buch! Oder besser gesagt, ich habe es gelesen und berichte euch nun, ob es euren Sekretariatsalltag bereichern kann oder ob es eher etwas für die Mülltonne ist.

 

Heute lesen wir: Katharina Münk - Denn sie wissen nicht, was wir tun. Viel Spaß dabei! :)

Kurzinfo

Das Buch "Denn sie wissen nicht, was sie tun" von der Autorin Katharina Münk erschien bereits 2010 im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) und hat überschaubare 212 Seiten. 

 

Katharina Münk ist bereits bekannt: Sie schrieb neben "Und morgen bringe ich ihn um" auch die Bestseller-Romane und inzwischen verfilmten Bücher "Die Insassen" und "Die Eisläuferin". 

Das Buch

Um es gleich im ersten Satz zu sagen: Das Buch ist zwar stellenweise ganz okay bis richtig gut, aber wirklich warm bin ich damit nicht geworden. 

 

Das fängt bereits beim Titel und auch beim Buchrücken an: Diese richten sich an Sekretärinnen, der Untertitel "Was Chefs über ihre Sekretärinnen erfahren sollten" deutet jedoch auf eine Publikation, welche Chefs die Augen öffnen soll bzw. will. Diese Unklarheit - ob das Buch jetzt für Chefs oder doch eher für Sekretärinnen geschrieben ist - zieht sich durch die gesamte Lektüre: Tipps für Chefs wechseln sich stetig ab mit Tipps für Sekretärinnen (ich schreibe übrigens bewusst "Chefs" und "Sekretärinnen", da Frau Münk wohl strikt davon ausgeht, dass alle Vorgesetzten männlich und alle, die in einem Vorzimmer sitzen, weiblich sind). Alles in allem ist es aber doch mehr ein Werk für Sekretärinnen und Assistentinnen.

 

Leider kann mich Frau Münk überhaupt nicht überzeugen, auch wenn viele Wahrheiten über den Alltag einer Sekretärin sowie einige witzige Anekdoten (die, nebenbei gesagt, tatsächlich nicht übertrieben sind, sondern der Realität entsprechen) das Ganze etwas auflockern. Das geht los bei der Headline des Buchrückens ("Überlebenshilfe fürs Büro" - das ist dann doch etwas übertrieben), zieht sich durch einen unstrukturierten Schreibstil (ich habe aufgrund dessen fast drei Monate gebraucht, um die kompakten 212 Seiten durchzukauen) und mündet in der Art und Weise, wie Frau Münk ihre Gefühle zu Papier bringt: Streckenweise ziemlich arrogant und hochnäsig. Die Chefs kommen so gut wie ausnahmslos schlecht weg, dabei sitzen ja wahrhaftig nicht nur Stümper und Unwissende auf den Chefsesseln. 

 

Schön ist allerdings, dass die Autorin auf die moderne (Sekretariats-)Welt eingeht: So beschreibt sie beispielsweise das allgemein gewandelte Leben, wie es immer schneller und auch komplexer wird und wie sich die direktere Kommunikation via Social Media auf unseren Arbeitsalltag auswirkt. "Man lässt nicht mehr ausrichten, man simst kurz selbst." Wie wahr!

 

Ebenfalls der Wahrheit entspricht (leider), dass viele Vorgesetzte nicht einmal im Ansatz erahnen, was ihre Sekretärin den Tag über alles stemmt. Oder, was es in letzter Zeit auch immer häufiger gibt, mit was seine Assistentin ihre Zeit vertrödelt, weil es schlicht und ergreifend nichts mehr zu tun gibt und sie sich nicht die Blöße geben möchte, nach mehr Arbeit zu fragen. Lest dazu auch meinen Artikel "Langeweile auf der Arbeit"!

 

Zumindest hört das Buch nett auf: Frau Münk gibt Tipps für Bewerbungen und beschreibt deutlich, was in ein gutes Arbeitszeugnis gehört (z. B. Kompetenzen wie Flexibilität, Effizienz, Weitblick, Selbstständigkeit, Fingerspitzengefühl, Diskretion, usw.). Ein sehr guter Leitfaden!

Fazit

Leider vergebe ich hier nur 2 von 5 Sternen - es hat mich einfach nicht mitgerissen! Somit keine Lese- oder gar Kaufempfehlung. Da muss es doch ein besseres Buch für oder über Sekretärinnen geben?

Habt ihr das Buch "Denn sie wissen nicht, was wir tun" gelesen? Wie fandet ihr es? Kennt ihr ähnliche Bücher, die ihr empfehlen könnt?

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