Buchrezension: Martin Wehrle - Geheime Tricks für mehr Gehalt

Heute rezensiere ich ein Buch, welches sich mit einem gefürchteten und zugleich sehr wichtigem Thema beschäftigt: Dem Gehalt (und wie wir erreichen, dass es sich verbessert)! Ob uns der Autor Martin Wehrle hier hilfreiche und umsetzbare Tipps mit auf den Weg geben kann?

-- Werbung --

Schnellüberblick

Das Buch "Geheime Tricks für mehr Gehalt" gehört schon zu den "alten Schinken" und ist trotzdem noch topaktuell: Bereits 2003 ist es im Goldmann Verlag erschienen und war zugleich Martin Wehrles Debüt. Inzwischen wird er gefeiert als "Deutschlands bekanntester Karriere- und Gehaltscoach" und hat schon über 20 Bücher verfasst (u. a. auch "Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus; meine Rezension dazu kannst du hier nachlesen). Die 230 Seiten ergeben ein rundum gelungenes Buch - Hut ab! Wenn du Martin Wehrles Tipps und Tricks richtig anwendest, steht einer Gehaltserhöhung - pardon, ich meine natürlich Gehaltsanpassung! - nichts mehr im Wege. 

Das Buch

"Geheime Tricks für mehr Gehalt" gliedert sich in drei Teile. Teil 1 beschäftigt sich mit den Vorbereitungen auf das Gehaltsgespräch, Teil 2 dreht sich um das Gespräch an sich und in Teil 3 wird als Extra das Thema "Gehalt im Vorstellungsgespräch" unter die Lupe genommen. Insgesamt hat das Taschenbuch neun Kapitel, die zuweilen recht unterhaltsam geschrieben sind. Die Tipps sind kurz und knackig, gut erklärt und immer mit Beispielen hinterlegt. Jeder Tipp beinhaltet eine "Hürde", die mit einem "Sprung" überwunden wird. Sehr gut gemacht! 

 

Bereits im ersten Kapitel, gleich im ersten Absatz, habe ich mich wiederentdeckt: "150 € mehr im Monat - was ist das schon?". Herr Wehrle rechnet's vor: Das sind 1.800 € im Jahr! Davon fahre ich richtig schön in den Urlaub ;-). Und eine Erhöhung von 150 € ist für den Chef nichts wirklich Schmerzhaftes. Sprich, du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du deinem Vorgesetzten ein paar Euro mehr aus der Tasche leierst. Überhaupt, das schlechte Gewissen solltest du generell ablegen. Denn, wie Martin Wehrle so treffend beschreibt: Was dich mit deinem Chef verbindet, ist ein Geschäftsverhältnis. Keine Freundschaft! Und für (sehr) gute Arbeit sollten wir auch (sehr) gut bezahlt werden. Oder was meinst du? 

 

Der Autor gibt dir dazu einen Denkanstoß: Wenn du eine Gehaltsverbesserung durchsetzt, spart dein Chef. Warum? Weil er, wenn er deine Gehaltsanpassung ablehnst und du deswegen die Firma verlässt, Ersatz für dich finden muss. Das mündet in Kosten, Zeit und Nerven. Gerade bei der Sekretärin oder Assistentin ist das für den Vorgesetzten ein doppeltes Malheur. Er verliert nicht nur seine Vertrauensperson, die er jahrelang zuverlässig an seiner Seite wusste und die sein Leben enorm erleichtert hat, er verliert auch sein Gesicht gegenüber der Belegschaft. Denn wenn die Sekretärin oder Assistentin kündigt, was sagt das über den Chef aus? Richtig, nichts Positives! Außerdem muss er damit rechnen, dass eine neue Sekretärin mehr Gehalt fordert als du es bekommen hast (aber vielleicht schlechter arbeitet!). Bevor er also deine Gehaltsforderung ablehnt, wird er zweimal überlegen, ob er sich das buchstäblich leisten kann und will. 

 

Weitere wichtige Tipps aus dem ersten Kapitel:

  • mit den Kollegen gut stellen - falls der Chef die Meinung der Mitarbeiter einholt (ja, das kommt vor!)
  • Marktwert herausfinden, z. B. durch das Internet oder durch Fachmedien
  • Thema Tarifvertrag: Der Chef ist zwar daran gebunden, aber nur insofern, als dass er das Tarifgehalt nicht unterschreiten darf - mehr geht aber immer! 
  • Falls absolut keine Gehaltserhöhung drin ist: Ausweichen auf Prämie, Bonus, Gratifikation oder Provision! Alternativ auch Sachen wie Firmenwagen, Laptop und Smartphone für den privaten Gebrauch, Weiterbildungen, Fahrtkostenzuschuss, usw. 

Im zweiten Kapitel geht es ums Eingemachte: Herr Wehrle zeigt auf, wie du dich perfekt auf den Termin zur Gehaltsanpassung vorbereitest (z. B. indem du ein Stärkenprofil und eine Leistungsmappe erstellst). Er beantwortet auch die Frage, welcher Tag und welche Uhrzeit überhaupt ein passender Termin darstellt (Ist der Chef ein Morgenmuffel? Steht im Anschluss noch etwas Wichtiges an, z. B. eine Aufsichtsratssitzung oder das Wochenende? etc.).

 

Anschließend geht es um das Gespräch selbst. In welcher Reihenfolge verschießt du deine Munition, sprich, deine "Trumpf"-Argumente? Welche Formulierungen lässt du lieber sein? Wie kannst du deine Körpersprache zu deinem Gunsten einsetzen? Für all diese Fragen hat Martin Wehrle passende Antworten und untermauert diese mit Beispielen, die näher an der Realität kaum sein können. 

 

Im dritten und letzten Kapitel wird das Thema "Gehalt im Vorstellungsgespräch" diskutiert. Der Autor hat dazu einige Tipps; drei von möchte ich mit dir teilen:

  • Nenne in deinem Bewerbungsanschreiben keine konkrete Summe, sondern formuliere einen Satz wie "Ich erwarte ein Gehalt, das meiner Qualifikation und der Position entspricht."
  • Wenn du im Vorstellungsgespräch nach deinem aktuellen Gehalt gefragt wirst: "Ich bitte Sie um Ihr Verständnis: Ich habe meinem Chef zugesagt, dass ich mein Gehalt vertraulich behandle!"
  • Wenn es um deine Gehaltsforderung geht, sprich immer vom Jahres-, nicht vom Monatsgehalt (das auch Prämien usw. beinhaltet)!

 

Und zum Schluss ... So rechnest du deine Gehaltsforderung aus:

  Jahresgesamtvergütung (inkl. aller Sonderleistungen)
+ zusätzliche laufende Ausgaben durch neuen Arbeitsort (z. B. Fahrtkosten) 
= relativer Wert der alten Jahresvergütung
+ gewünschte Erhöhung (ca. 15 - 20 %)
= angestrebte Jahresvergütung

Mein Fazit

Das Buch ist zwar schon über 15 Jahre auf dem Markt, doch "Gehalt" ist nach wie vor ein wichtiges und aktuelles Thema. Die Lektüre ist kurzweilig, praxisnah und verständlich geschrieben. Es ist ein praktischer Leitfaden für alle, die sich nicht trauen, für eine Gehaltsanpassung (womit du natürlich eine Erhöhung meinst) mit dem Vorgesetzten in den Ring zu steigen! Daher gibt es von mir eine deutliche Lese- und Kaufempfehlung für alle, die endlich auf der Gehaltsleiter nach oben klettern wollen! 5 von 5 Sternen!


Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn mit deinen Freunden:

-- Werbung --

Mehr interessante Artikel

Kommentar schreiben

Kommentare: 0