Buchrezension: Barbara Berckhan - Genug geschuftet!

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass ihr unglaublich viel tut (nicht nur auf der Arbeit, auch zuhause und in eurer Freizeit), aber einfach nicht voran kommt? Wenn ja, dann solltet ihr meine heutige Buchrezension auf gar keinen Fall verpassen: Denn dieses Mal schauen wir uns das Buch "Genug geschuftet! Wie Sie weniger tun und mehr erreichen" von Barbara Berckhan aus der "Leichter Leben"-Reihe an. Soviel vorneweg: Der Titel hält, was er verspricht!

Kurzinfo

Das Buch ist ein Teil der "Leichter leben"*-Reihe des Scorpio Verlags. Die Reihe wird immer wieder erweitert, aber hier habe ich einen kleinen Auszug der Bücherauswahl:

"Genug geschuftet" ist ein kompaktes Buch auf 94 unterhaltsamen Seiten. Gegliedert ist es in drei Kapitel, die einfach und schnell zu lesen sind. Infoboxen und Zitate lockern das Ganze zusätzlich auf. Was mich persönlich etwas stört, sind die zig verschiedenen Schriftarten - das bringt eine gewisse "Unruhe" rein. Doch im Großen und Ganzen ist das Buch sehr schön gestaltet. Hier steckt Liebe drin! :)

Das Buch

Barbara Berckhan* hat es erkannt: Viel zu viele von uns mühen sich in einem Hamsterrad ab, bei dem wir immer nur auf der Stelle treten. Wir machen Überstunden (damit unser Chef uns bemerkt), zaubern ein 5-Gänge-Abendessen für 10 Personen (damit unser Mann stolz auf uns ist) und räumen unseren Keller so perfekt auf, dass selbst ein Blinder die passenden Schrauben findet (damit unser Gewissen endlich Ruhe gibt). Doch wofür eigentlich? Warum bürden wir uns so viel Arbeit auf? Das muss doch auch einfacher gehen! Das sagt auch Frau Berckhan und meint: Wir sollten lieber clever anstatt hart arbeiten.

 

Das fängt damit an, dass wir uns von "Kleinkram" befreien sollen. Gerade wir Sekretärinnen halten uns gerne mal mit solch kleinen Dingen auf, denn: Sie gehen ja "ganz fix" (und bevor wir es dem Praktikanten erklären, haben wir es schließlich selbst erledigt). Doch diese Nebensächlichkeiten lähmen und treiben uns weg von den Aufgaben, die uns wirklich voranbringen. Gerade in den Morgenstunden - unsere beste Tageszeit, da wir hier am konzentriertesten und effektivsten sind - hält uns Kleinkram auf und zieht wertvolle Energie von uns ab. Deshalb: Verbannt diese Sache auf "die hinteren Plätze" und erledigt sie lieber in eurem Nachmittagstief.

 

Ein besonderes Augenmerk richtet die Autorin auf "Fleiß" und "Mühe" (und damit im weitesten Sinne auch unserem geliebten Perfektionismus). Frau Berckhan rät uns, sich keine Mühe zu geben und verweist auf die Geschichte des menschlichen Fortschritts. Hier würde "Mühe" Schritt für Schritt abgeschafft (z. B. durch diverse Erfindungen wie der Spülmaschine oder dem Computer*). Doch in der Arbeitswelt wird nicht derjenige bejubelt, der seine Arbeit bis zur Mittagszeit erledigt hat, sondern der, der bis in die Nacht Überstunden schiebt.

 

Dazu ein Zitat aus dem Buch: "Niemand würde sich von einem "fleißigen" Arzt operieren lassen, der extra lange und besonders viel am Körper herumschneidet." - Warum tun wir das dann? Gut, wir sind keine Ärzte, aber wir Sekretärinnen tun mit Vorliebe besonders viel. Der Fehler dabei: Wir setzen "besonders viel" mit "besonders tüchtig" gleich, woraus wir schließen, dass wir "besonders gute" Arbeit leisten - was absolut falsch ist! Unsere Vorgesetzten geben uns ja selten den Weg vor (und auch in der Freizeit entscheiden wir über den Weg selbst); Hauptsache, wir erreichen das Ziel. Wie wir das Flugticket buchen oder wie wir das Protokoll schreiben, ist den Chefs egal. Sie wollen es einfach nur erledigt haben! Warum sollten wir diese Sachen also besonders aufwändig erledigen, wenn es doch auch einfacher und schneller gehen kann?

 

Was wir sonst noch tun können, um mit weniger Aufwand mehr zu erreichen, ist in diesem Buch auf orangen Doppelseiten zusammengefasst. Hier ein Einblick in diese Übersichten:

Zum Abschluss gebe ich euch (neben der Leseprobe, die ihr hier* finden könnt) noch ein Zitat von Astrid Lindgren mit auf den Weg, das das Buch sehr schön abrundet:

 

"Und dann muss man ja immer noch Zeit haben,
einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen."

Fazit

Das Buch "Genug geschuftet!"* ist eine kurzweilige Lektüre, die perfekt zu einem verregneten Wochenende auf der Couch passt. Barbara Berckhan gibt schöne Denkanstöße, wie wir weniger Dinge tun, die uns nichts bringen (Stichwörter Kleinkram und Perfektionismus!) und mehr von dem, was wir mit Leidenschaft zelebrieren. Dabei geht es nicht nur um unseren Job, sondern um unser gesamtes Leben. Haltet inne und nutzt die Hilfe aus dem Buch, um euch bewusst zu werden, welche Aktivitäten ihr kürzen oder gar ganz streichen könnt. Widmet euch lieber den Dingen, die euch Spaß machen und euch voranbringen!

Trotz der schönen Aufmachung und dem leicht lesbaren Schreibstil gibt es "nur" 4 von 5 Sterne, da mir noch "der letzte Kick" fehlt, der zum Aufstehen und Loslegen motiviert. 


Schuftet ihr auch genug? Was sind eure Strategien, um aus diesem Hamsterrad zu entkommen?

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