Texten fürs Web

Texten fürs Web
Bild von Pixabay; Fotograf: Kaboompics_com

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die Marketingabteilung entweder ausgelagert oder eine One-(Wo-)Man-Show. Dementsprechend oft passiert es, dass der Chef uns als Assistentinnen und Sekretärinnen bittet, "mal kurz einen Text für unsere Website" zu schreiben. Leichter gesagt als getan.

Hier habe ich für euch eine kleine Anleitung, wie ihr die größten Fettnäpfchen zum Thema "Texten im Web" umgeht.

Unterschiede von Web- und Printtexten

Zuallererst müsst ihr euch darüber bewusst sein, dass Webtexte anders aufgebaut sind als Printtexte wie Produktbroschüren und Pressemitteilungen. Die Online-Leser wollen keinen Spannungsbogen oder ähnlichen Firlefanz; sie wollen auf einen Blick erkennen, von was der Text handelt und ob es interessant ist, den Artikel ganz zu lesen.

 

Während Printtexte horizontal, also von links nach rechts gelesen werden, werden Webtexte nur "quergelesen", also von oben nach unten abgescannt. Richtig wahrgenommen werden nur Überschriften, einzelne Wörter, Fettgedrucktes, Links und Bilder. Deshalb ist es wichtig, gleich am Anfang auf den Punkt zu kommen. Das geht am besten, wenn ihr im ersten Absatz alle W-Fragen beantwortet (wenn möglich): Wer, was, warum, wo, wie, wann und, wenn nötig, aus welcher Quelle ihr eure Informationen zieht.

Das müsst ihr beachten

Generell - das gilt auch für Printtexte - sollte euer Artikel in einer positiven Schreibweise formuliert sein. Auch ein aktiver Schreibstil mit persönlicher Ansprache ist ein Muss. Wenn es nicht unbedingt nötig ist, verzichtet auf Fremdwörter und Fachchinesisch. Denkt daran: Der Leser will einen hilfreichen Text, der ihm einen gewissen Mehrwert bietet. Dazu muss der Artikel auch inhaltlich aktuell sein.

 

Wenn euer Artikel lang ist, arbeitet mit Zwischenüberschriften. Zudem sollten relevante Begriffe am besten in Fett geschrieben werden. Kursive Schrift ist ebenfalls möglich, aber verzichtet auf Unterstreichungen: Diese könnten als Hyperlink missverstanden werden. Aufzählungen und Tabellen lockern den Text auf.

 

Achtet auch auf ein angenehmes Lesegefühl: Füllwörter so gut es geht streichen, Sätze nicht verschachteln und möglichst kurz halten (ca. 17 Wörter pro Satz). Absätze auf maximal fünf bis sieben Zeilen reduzieren.

 

Der Schluss bildet eine Call-to-Action. Damit fordert ihr euren Leser auf, etwas Bestimmtes zu tun. Das kann alles Mögliche sein: Ein Newsletterabonnement, ein Anruf, ein "Gefällt mir", etc. Beachtet dabei den Aufbau einer guten Call-to-Action: Sagt dem Leser was er tun soll, warum und wie (möglichst genau und in kurzen, einfachen Wörtern).

Beispiel: "Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter, damit Sie immer vor allen anderen auf dem neuesten Stand sind! Wählen Sie dazu im Menü "Newsletterabo" aus."

Kurzzusammenfassung

So, das war jetzt einiges an Input. Daher fasse ich das Wichtigste nochmal in Stichpunkten zusammen:

  • das Wichtigste am Anfang (W-Fragen beantworten!)
  • persönliche Ansprache
  • positiver und aktiver Schreibstil
  • Fach- und Fremdwörter unterlassen
  • dem Leser einen Mehrwert bieten
  • aktueller Inhalt
  • Inhalte setzen und Texte auflockern mit ...
    • Zwischenüberschriften
    • sinnvollen Absätzen (Länge: max. fünf bis sieben Zeilen)
    • relevante Begriffe hervorheben mit Fett oder Kursiv
    • Links setzen
    • Bilder
    • Aufzählungen
    • Tabellen
  • abschließen mit einer Call-to-Action ("Vereinbaren Sie jetzt mit uns einen Termin, um von unserer 20-%-Rabattaktion zu profitieren! Unsere Telefonnummer: 09123 456 789")

Was ist für euch als Leser das Wichtigste an einem Webtext?

Das könnte euch auch interessieren ...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0