Urlaub Spezial: Rechtliche Fakten zum Thema Urlaub

In diesem Teil der "Urlaub Spezial"-Serie widmen wir uns den rechtlichen Fakten zum Thema Urlaub. Auf wie viele Tage hast du Anspruch? Musst du im Urlaub erreichbar sein? Kann dir der Arbeitgeber Urlaub streichen? All das (und mehr!) erfährst du in diesem Artikel. 

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Rechtlicher Hinweis: Da ich kein Rechtsanwalt bin, stellt dieser Artikel keine verbindliche rechtliche Beratung dar. Für den "Fall der Fälle" solltest du einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt hinzuziehen!

Habe ich Urlaubsanspruch? Auf wie viele Tage im Jahr?

In Deutschland ist der Anspruch auf Urlaub im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Arbeitest du pro Woche fünf Tage, liegt dieser Anspruch bei 20 Arbeitstagen. Arbeitest du sechs Tage in der Woche, sind es 24 Arbeitstage. Das ist das Minimum! Anspruch auf den vollen Urlaub hast du aber erst nach sechs Monaten ab Arbeitsantritt. Davor gibt es nur den sogenannten "Teilurlaub": Pro vollem Monat steht dir ein Zwölftel des Jahresurlaubs zu. 

 

Wie viele Tage dir tatsächlich zustehen, ist in deinem Arbeitsvertrag geregelt. Auch ein Blick in die Tarifverträge lohnt sich, da hier Abweichungen zum BUrlG entstehen können!

 

Übrigens: Das BUrlG sieht auch vor, dass mindestens ein Urlaubsteil deines Jahresurlaubs zwölf zusammenhängende Werktage umfassen soll, also zwei Wochen!

Muss ich im Urlaub erreichbar sein?

Als Sekretärin und Assistentin bist du für deinen Chef meist unverzichtbar. Nichtsdestotrotz hat auch die rechte Hand mal eine Pause verdient - und zwar ohne Wenn und Aber! Du musst für deinen Vorgesetzten im Urlaub nicht erreichbar sein, denn das würde dem Sinn und Zweck des Urlaub-Gedankens widersprechen. Auch wenn du ein Diensthandy hast, bist du nicht dazu verpflichtet, E-Mails zu checken oder Anrufe entgegenzunehmen. Urlaub bedeutet: Handy aus, Erholung an!

Was ist, wenn mein Flug Verspätung hat und ich nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkomme?

Solange die Verspätung nicht auf einen Hurrikan oder eine ähnliche Naturkatastrophe zurückzuführen ist, hast du leider "Pech gehabt". Entweder musst du noch ein oder zwei Urlaubstage hinten anhängen (sofern es dein Chef genehmigt), oder du riskierst eine Abmahnung.

Kann mir der Arbeitgeber Urlaub streichen?

Wenn der Urlaub von deinem Vorgesetzten genehmigt wurde, gibt es für das Unternehmen kein Zurück mehr. Es gibt nur eine einzige Ausnahme, und zwar einen "dringlichen und unvorhergesehenen Ausnahmefall". Dann kann der Arbeitgeber von seinem Urlaubsrückrufrecht Gebrauch machen, jedoch trägt er dann auch die Schadensersatzpflicht für deinen nicht zustande gekommenen Urlaub! 

Kann Urlaub verfallen?

Wenn du in deinem Sekretariat so viel zu tun hast, dass du wirklich keinen Urlaub nehmen kannst, besteht im Normalfall die Möglichkeit, deinen Resturlaub auf das nächste Jahr zu übertragen. Diese Tage musst du innerhalb der ersten drei Monate nehmen, ansonsten kann dir dein Arbeitgeber diesen Resturlaub ersatzlos streichen (Ausnahmefälle gibt es, wenn du z. B. aufgrund einer Krankheit arbeits- bzw. dienstunfähig bist).

Kann mein Arbeitgeber Zeiten festlegen, in denen ich keinen Urlaub nehmen darf?

Ja. Jede Branche hat zu einer anderen Zeit ihre Hochsaison (z. B. der Einzelhandel im Dezember). Während dieser Zeit steht es den Unternehmen frei, eine Urlaubssperre zu verhängen.

Was ist, wenn ich im Urlaub krank bin?

Wenn du im Urlaub erkrankst, werden dir die Urlaubstage wieder gutgeschrieben. Einzige Voraussetzung: Du musst rechtzeitig (!) ein ärztliches Attest vorlegen!

Gibt es eine Möglichkeit, mehr Urlaub zu erhalten als vertraglich festgelegt?

Um Urlaub kannst du nicht feilschen wie z. B. um Gehalt. Aber: Für besondere Anlässe wie Hochzeit, Geburt, etc. gibt es Sonderurlaub. Für was du wie viele Tage Sonderurlaub beantragen kannst, liest du in meinem Artikel "Recht ist's: Wann du Anspruch auf Sonderurlaub hast".

Hattest du schon mal rechtliche Probleme, wenn es um deinen Urlaub ging? Erzähl uns davon in den Kommentaren!

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