5 Vorurteile gegenüber Sekretärinnen, die sich hartnäckig halten

Vorurteile
Bild von Pixabay; Fotograf: TanteTati

Bestimmt ist euch das auch schon passiert: Ihr lernt auf einem Event neue Leute kennen, stellt euch vor und erwähnt, dass ihr als Sekretärin arbeitet. Als Reaktion bekommt ihr nicht, "Wow, das ist ein vielseitiger und anspruchsvoller Job!", sondern eher ein "Aha, also keine Ausbildung gemacht und zum Kaffee kochen eingestellt!". Das ist natürlich haarsträubender Quatsch. Und deswegen beseitigen wir heute die fünf "dümmsten" Vorurteile gegenüber Sekretärinnen ein für alle Mal!

Vorurteil Nr. 1: Sekretärinnen werden aufgrund ihres Äußeren und nicht aufgrund ihres Könnens oder Wissens eingestellt

Dieses Vorurteil ist an sich schon Quatsch, da es ja auch weibliche Führungskräfte mit einer Sekretärin gibt. Wäre das Vorurteil korrekt, hieße das im Umkehrschluss, dass entweder alle Damen in Führungspositionen lesbisch wären oder dass sie nur männliche Assistenten einstellen würden. Doch die Zahl der Männer, die unseren Job ausüben, ist extrem gering. Und zu sagen, weibliche Chefs wären per se lesbisch, ist nur eins: Verdammt hohl. Genau wie dieses Vorurteil!

Vorurteil Nr. 2: Sekretärinnen haben vor allem eine Aufgabe - Kaffee kochen!

Okay: Es stimmt zwar, dass Kaffee* kochen aus zum Aufgabengebiet einer Sekretärin gehört. Doch das ist absolut nicht unsere "Hauptaufgabe" (zumal es auch genügend Chefs gibt, die sich ihren Kaffee selbst kochen). Unser Aufgabenspektrum ist so vielseitig, dass sich es einige überhaupt nicht vorstellen können: Terminorganisation, Reiseplanung*, buchhalterische Tätigkeiten, Eventmanagement, Verwaltung des Fuhrparks, Besprechungsvor- und -nachbereitung, Projektarbeit, und und und! Wenn ihr eurem skeptischem Gegenüber diese Tätigkeiten aufzählt und ihm dann vor Augen führt, welche Aufgaben er stemmen muss (sofern derjenige nicht gerade ein Top-Manager ist, werden sich die Aufgaben eher in Grenzen halten): Achtet auf seinen Gesichtsausdruck.

Vorurteil Nr. 3: Sekretärinnen sind dazu da, Geburtstagskarten und -geschenke zu organisieren sowie Salate und Kuchen für sämtliche internen Veranstaltungen zu machen

Es ist ein wirklich "lustiges" Phänomen: Männer denken von Natur aus, dass Frauen liebend gerne Geschenke zum Jubiläum* vom Kollegen Maier aussuchen und verpacken, Salate fürs Sommerfest machen und natürlich zu jeder passenden Gelegenheit backen. Leider falsch! Ich denke, ich spreche hier nicht nur für mich persönlich, sondern für den gesamten Berufszweig der Sekretärinnen: WIR HASSEN ES, bei jedem Geburtstag Geschenke in unserer Mittagspause zu besorgen und einen Kuchen in unserer eh schon knappen Freizeit zu backen! Denn im Gegensatz zu unseren meisten männlichen Kollegen wartet auf uns zuhause eher selten ein aufgeräumtes Haus und ein leckeres 3-Gänge-Menü mit einem liebenden Partner, der bereits mit den Kindern die Hausaufgaben erledigt hat. Wie wäre es also, wenn zur Abwechslung mal die anderen ihre Freizeit für den Geburtstag der Kollegen opfern?

Vorurteil Nr. 4: Sekretärinnen brauchen keine Ausbildung

Tatsächlich sind viele Sekretärinnen "Quereinsteigerinnen" und kommen ursprünglich aus anderen Berufen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sekretärinnen per se keine "spezielle" Ausbildung brauchen. Eine kaufmännische Ausbildung ist unerlässlich! Eine beliebte Ausbildung, nach denen viele eine Karriere als Sekretärin einschlagen, ist die zur Fremdsprachenkorrespondentin. Weiterbildungen, die spezifische Kenntnisse vermitteln, lege ich euch ebenfalls ans Herz (z. B. IHK-geprüfte (internationale) Managementsassistentin).

Vorurteil Nr. 5: Sekretärinnen tratschen den ganzen Tag

Bereits bei Vorurteil Nummer 2 ("Sekretärinnen haben vor allem eine Aufgabe - Kaffee* kochen") habe ich es angedeutet: Wir haben ein wahnsinnig großes Aufgabenspektrum. Aufgrund dieser vielseitigen Aufgaben arbeiten wir überdurchschnittlich viel, vergleichbar mit den Arbeitszeiten unserer Chefs. Daneben bilden wir uns stetig weiter, da gerade in unserem Beruf aktuelles Wissen gefragt ist. Viele von uns Sekretärinnen haben Kinder, pflegebedürftige Eltern oder einen Haushalt, der Aufmerksamkeit verlangt. Alles in allem kann man also sagen: Wir sind ziemlich ausgelastet, was bei manchen sogar an Überlastung grenzt. Wann sollten wir also bitteschön noch Zeit zum Tratschen haben? 

Mit welchen Vorurteilen wurden ihr schon konfrontiert?

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