Recht ist's: Die Sache mit dem Weihnachtsgeld

Ich freue mich jedes Jahr auf meine Gehaltsabrechnung im November. Warum? Weil ich zu den Glücklichen gehöre, die von ihrem Arbeitgeber eine schöne Finanzspritze zu Weihnachten bekommen! 

Doch wie sieht es rechtlich mit dem Weihnachtsgeld aus? Gibt es einen gesetzlichen Anspruch darauf? Kann der diese Freude streichen, wenn das Jahr schlecht gelaufen ist? Das beleuchte ich in diesem Artikel.

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Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Leider nein! Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Leistung deines Arbeitgebers, die schriftlich (z. B. im Arbeitsvertrag) festgehalten sein muss. Auch ein Blick in Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen lohnt sich, denn hier sind oftmals Details zum Thema Weihnachtsgeld festgehalten. 

 

Ein besonderer Fall stellt die "betriebliche Übung" dar (auch "Gewohnheitsrecht" genannt): Hat dir dein Arbeitgeber die letzten drei Jahre diese Finanzspritze gewährt, entsteht dadurch ein rechtlicher Anspruch. Voraussetzung dafür ist, dass das Weihnachtsgeld in jedem der drei Jahre gezahlt wurde, also ohne Unterbrechung (wobei die Höhe variieren darf). Aber Achtung: Weist dein Arbeitgeber z. B. im Arbeitsvertrag explizit darauf hin, dass es sich hier um eine freiwillige Leistung handelt, entsteht auch nach drei Jahren kein rechtlicher Anspruch!

Mein Kollege bekommt Weihnachtsgeld, aber ich nicht! Ist das zulässig?

Es ist möglich, dass ein bestimmter Personenkreis von der Weihnachtsgeldzahlung ausgeschlossen wird. Dazu gehören oftmals Abteilungsleiter (da hier Extra-Zahlung im Normalfall bereits im Gehalt eingeschlossen sind) oder Vertriebsmitarbeiter, die auf Provisionsbasis arbeiten. 

 

Was jedoch nicht möglich ist: Dass Herr Müller Weihnachtsgeld erhält, während Kollege Maier trotz gleicher Voraussetzungen darauf verzichten muss. Das wäre Diskriminierung! 

 

Teilzeitkräfte erhalten anteiliges Weihnachtsgeld.

Das Jahr war wirtschaftlich ein Desaster. Kann ich trotzdem auf Weihnachtsgeld hoffen?

Wenn dein Arbeitgeber die letzten drei Jahre ohne Vorbehalt Weihnachtsgeld gezahlt hat (Stichwort betriebliche Übung, siehe erster Abschnitt), muss er das auch in einem wirtschaftlich schlechten Jahr tun. Streicht er trotzdem das Weihnachtsgeld, muss dies durch eine Änderungskündigung geschehen - was eigentlich nur passiert, wenn das Unternehmen bereits von einer Insolvenz bedroht ist! Eine bloße Information am Schwarzen Brett oder im Intranet reicht nicht aus, da jeder Mitarbeiter einzeln informiert werden muss.

Ich habe während des Jahres gekündigt. Bekomme ich anteiliges Weihnachtsgeld?

Das lässt sich pauschal leider nicht beantworten und muss im Einzelfall geprüft werden. Voraussetzung für diesen Bonus ist, dass das Weihnachtsgeld eine sogenannte "Gratifikation mit Mischcharakter" darstellt. Das bedeutet, dass das Weihnachtsgeld einerseits als Anerkennung für deine Betriebstreue und andererseits für die erbrachte Arbeitsleistung gezahlt wird. 

 

Kündigst du z. B. zum 30. September, bekommst du - rein theoretisch! - 1/9 des Weihnachtsgeldes zugesprochen. Das gilt übrigens auch, wenn du von deinem Arbeitgeber gekündigt wirst! 

 

Aber wie gesagt: Im Ernstfall solltest du einen Arbeitsrechtler zu Rate ziehen, der deinen Fall genauer beleuchtet.

Bekommst du auch Weihnachtsgeld? Musstest du schon mal darum "kämpfen"?

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